Dienstag, 15. Januar 2019

Sprachpflege in anderen Ländern


Wie gehen andere Länder mit der Pflege ihrer Sprache um? Ich erinnere mich, dass schon vor vielen Jahren in Frankreich der damals völlig neue Walkman als „baladeur“ übersetzt wurde. Auch anderen englischen Modewörtern ging es nicht anders. Die E-Mail (elektronische Post) wurde zur „courrier électronique oder kurz courriel. Die Academie Française wacht aufmerksam über die französische Sprache wie die Real Academia Española über das Spanische. 

Im Deutschen hatte man nicht einmal den Versuch unternommen, eine Übersetzung für diese Wörter zu finden oder einzuführen. Wem „tragbarer Kassettenrekorder“ zu lang gewesen wäre, der hätte gerne auch ein Wort erfinden dürfen: Kleinrekorder, T-Rekorder, Reki,... Die deutsche Sprache ist durchaus flexibel. Wir haben Wörter wie: Hubschrauber, Tragflügelboot, Luftkissenfahrzeug, Magnetschwebebahn, Quantenverschränkung oder Urknall erfunden, als sie benötigt wurden. Warum hat man damit zugunsten der Übernahme englischer Wörter einfach Schluss gemacht?
Niemand macht sich die Mühe, etwas  zu übersetzen oder ein deutsches Wort zu (er-)finden, wenn es doch viel bequemer ist, gleich das englische Wort zu übernehmen. Übersetzer war einmal ein anspruchsvoller Beruf, aber im Zeitalter von Google-Translator und ähnlichen – manchmal durchaus nützlichen – Tools (Werkzeugen) scheint sich das geändert zu haben.

Darum trinken wir Smoothies und keine „Mixies“ oder „Fruchties“ und trinken Coffee to go anstatt Kaffee zum Mitnehmen. Kaufen wir nicht auch schon Chicken Wings (Hühnerflügel), Sour Cream (Sauerrahm), Peanuts (Erdnüsse) und Softdrinks (alkoholfreie Getränke).

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