Dienstag, 15. Januar 2019

Fehlende Institution: Institut für die deutsche Sprache


Es gibt in Deutschland nicht einmal ein den Einrichtungen in anderen Ländern vergleichbares echtes Institut für die deutsche Sprache, obwohl eine Institution dieses Namens als „Stiftung öffentlichen Rechts“ mit Forschungs- und Dokumentationscharakter, aber ohne Weisungsbefugnis 1964 gegründet wurde. 
 
Wir leisten uns einen riesigen Bundestag mit mehr als 700 Abgeordneten, 16 Länderparlamente, unzählige Ministerien und einen immensen Verwaltungsapparat, aber wir haben kein Geld für eine solche Einrichtung. Ein Armutszeugnis für das Land der Dichter und Denker, das eine Goethe, Schiller, Kant, Lessing, Heine oder Rilke hervorgebracht hat.

So wurde dann auch die „große Rechtschreibreform“, die ab 1996 vorbereitet wurde, in Hinterzimmern unter Mitwirkung der Kultusministerkonferenz, des o.g. Instituts und anderer Fach- und Expertengruppen, aber ohne Mitwirkung der Bevölkerung ausgearbeitet. Wie man die Reform nun nach über 20 Jahren auch immer beurteilen mag, eines hat sie nicht erreicht: Die deutsche Sprache ist nicht wesentlich einheitlicher oder einfacher geworden und die Leistungen der Schüler in Deutsch haben sich rein reformbedingt keineswegs verbessert. Es wurden Unsummen für neue Schul- und Wörterbücher ausgegeben, die man anderweitig hätte sinnvoller einsetzen können. Da man die Reform inzwischen mehrmals wieder „reformiert“ hat, ist die Frage durchaus gerechtfertigt, ob sich das alles wirklich gelohnt hat.

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