Mittwoch, 9. Januar 2019

Falsche Übersetzungen

Als Diplom-Übersetzerin macht es mich krank, dass man in jedem aus dem Englischen übersetzten Buch oder Film Wörter liest wie „mom“, „dad“ oder „grandmom liest oder sagt, englische Wörter, die seit vielen Jahren, gar nicht mehr übersetzt werden. Was ist an „Mama“, „Papa“ oder „Oma“ falsch? Wieso konfrontiert man die Kinder ständig mit Mom und Dad? (Auch noch groß geschrieben, als wenn man diese Wörter schon eingedeutscht hätte) Wer hat entschieden, dass man diese englische Wörter übernehmen sollte? Und warum? Sie sind keine Eigennamen und die Bevölkerung hat sie nicht „eingedeutscht“? Auch Film- und Buchtitel werden einfach gar nicht übersetzt. Zur Erläuterung, ein paar Beispiele: „Sir“ statt „Herr“; „ay, ay“ statt „jawohl“; „Mister“ statt „Herr“, usw. und so fort. Und die „cops“! (statt „Polizei“ oder vor mir aus, „die Bullen“). Eine Sendung heißt sogar „Die Straßencops“. Ist das ein Euphemismus? Das Schreckliche ist, dass die Liste immer länger wird und es wird nichts dagegen unternommen. Ohne Zweifel leben wir in einer multikulturellen Gesellschaft, und in einer, in der man von den Migranten verlangt, dass sie Deutsch sprechen sollen. Das ist ganz in Ordnung, ich bin ja selbst Ausländerin. Es wird überall so verfahren. Aber man sollte sich bitte zuerst kümmern, dass die Sprache im eigenen Land auch genug Bedeutung hat und gepflegt werden sollte. Als erschreckendes Beispiel kann ich noch eine Werbung für Schülerhilfe, die ich auf der Straße gesehen habe, zitieren: „Gute Noten – ganz relaxed“.
Die Entwicklung einer Sprache geschieht von Seiten der Bevölkerung, das heißt, die Menschen entscheiden beim Reden, welche Wörter benutzt werden. Eine Institution des Landes kann regulieren, wie sie geschrieben werden. Deshalb es ist richtig, dass die Leute „Computer“, „fair“ oder „cool“ sagen. Die Menschen haben derartige Wörter als ihre eigenen akzeptiert. Nicht Mom oder Dad! Es wäre die Zeit, dass in Deutschland die Richtigkeit der Sprache gesteuert wird, gerade weil heutzutage viele Sprachen in diesem Land aufeinandertreffen. Das ist kein Extremismus; im Gegenteil, es ist in anderen Ländern ein Muss. 

Susana

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